Twill-Gewebe-Fiberglas-Stoffrolle
Produktübersicht
Die Glasfaserstoffrolle mit Köperbindung zeichnet sich durch ein diagonales Muster aus, das dadurch entsteht, dass Kettfasern in versetzter Reihenfolge über zwei oder mehr Schussfasern geführt werden. Durch diese Konstruktion entsteht ein Stoff mit verbesserter Drapierbarkeit und Anpassungsfähigkeit an gekrümmte Oberflächen bei gleichzeitiger Beibehaltung der Zugfestigkeit im Bereich von 220–370 MPa. Das Tuch ist in Stärken von 0,15 mm bis 1,00 mm und einem Gewicht zwischen 100 g/m² und 550 g/m² erhältlich und arbeitet kontinuierlich bei Temperaturen bis zu 550 °C. Die Köperstruktur ermöglicht einen besseren Harzfluss während der Laminierung und reduziert so Trockenstellen in komplexen Formgeometrien.
Kernvorteile
- Das diagonale Webmuster bietet eine hervorragende Anpassungsfähigkeit an zusammengesetzte Kurven und scharfe Ecken ohne Faltenbildung.
- Größere Zwischenräume erleichtern das schnelle Eindringen des Harzes und die vollständige Benetzung der Fasern bei Vakuuminfusionsprozessen.
- Der ausgewogene Crimpwinkel reduziert Spannungskonzentrationspunkte und verbessert die Ermüdungsbeständigkeit bei Anwendungen mit dynamischer Belastung.
- Glattere Oberflächenstruktur im Vergleich zu Leinwandbindung, wodurch sekundäre Schleifvorgänge bei fertigen Laminaten reduziert werden.
- Das kontinuierliche Rollenformat mit konsistenter Webausrichtung gewährleistet eine wiederholbare Layup-Qualität über alle Produktionsläufe hinweg.
Produktspezifikationen
| Webart | Köper (2×2, 4×4) |
| Filamentdurchmesser | 9–13 µm |
| Dickenbereich | 0,15 – 1,00 mm (±0,02 mm) |
| Flächengewicht | 100 – 550 g/m² |
| Zugfestigkeit (Warp) | ≥ 320 MPa |
| Zugfestigkeit (Schuss) | ≥ 300 MPa |
| Dauergebrauchstemperatur | –60°C bis 550°C |
| Rollenbreite | 900 mm, 1100 mm, 1300 mm |
| Rollenlänge | 50 m, 100 m, 150 m |
Anwendungsfelder
- Luft- und Raumfahrtkomponenten: Radome, Verkleidungen und Innenverkleidungen erfordern eine komplexe Konturformung.
- Meeresstrukturen: Rumpflaminate, Decksgehäuse und Ruderhäute, bei denen es auf die Drapierbarkeit ankommt.
- Automobilteile: Motorhauben, Spoiler und Karosserieteile werden im Harzspritzverfahren hergestellt.
- Sportausrüstung: Skier, Snowboards und Fahrradrahmen mit Prepreg-Systemen auf Epoxidbasis.
- Industrielle Rohrleitungen: Flexible Luftkanäle und Dehnungsfugen, die Reißfestigkeit und thermische Stabilität erfordern.
Handhabungs- und Installationshinweise
- Konditionieren Sie die Rollen vor der Verwendung 24 Stunden lang bei Raumtemperatur (20–25 °C), um den Feuchtigkeitsgehalt auszugleichen und ein Erröten des Harzes zu verhindern.
- Verwenden Sie Scherschneidetechniken mit geringem Winkel, um die Webintegrität aufrechtzuerhalten; Vermeiden Sie es, beim Trimmen an den Fasern zu ziehen.
- Tragen Sie beim Vakuumieren ein Entlüftungstuch direkt auf die Twill-Oberfläche auf, um ein Durchdrucken des diagonalen Musters zu verhindern.
- Lagern Sie Rollen horizontal auf Dornen, um Faltenbildung zu vermeiden. Bei vertikaler Lagerung können bleibende Faltspuren entstehen.
- Überlappen Sie die Verbindungen bei strukturellen Anwendungen um mindestens 50 mm. Versetzen Sie die Verbindungen über die Schichten hinweg, um Spannungserhöhungen zu vermeiden.
Häufig gestellte Fragen
Die Köperbindung weist einen geringeren Kräuselwinkel auf als die Leinwandbindung, was zu einem höheren Zugmodul (bis zu 15 % Steigerung) und einer besseren Faserausrichtung führt. Aufgrund der geringeren Faserverflechtung weist Twill jedoch eine etwas geringere interlaminare Scherfestigkeit auf. Die diagonale Struktur bietet eine bessere Schadenstoleranz und Schlagfestigkeit und eignet sich daher für gebogene Strukturplatten.
Ja. Köperbindung wird häufig mit Epoxid-, BMI- und Phenol-Prepregs verwendet. Das offene Webmuster ermöglicht eine gleichmäßige Harzverteilung während der Aushärtung im Autoklaven oder Ofen. Wählen Sie für Prepreg-Anwendungen einen Stoff aus, dessen Flächengewicht dem Harzgehalt entspricht (normalerweise 35–45 % Harz nach Gewicht). Es wird empfohlen, vor dem Prepreg-Auflegen 2 Stunden lang bei 120 °C vorzutrocknen, um Feuchtigkeit zu entfernen.
Bei handaufgelegten Schiffsplatten ist eine Dicke von 0,4–0,6 mm pro Lage Standard. Bei einem typischen Laminatplan werden 4–6 Lagen 0,5 mm Köperstoff mit Polyesterharz verwendet, wodurch eine Enddicke von 3–4 mm erreicht wird. Um die Steifigkeit zu erhöhen, fügen Sie zwischen den Schichten ein Kernmaterial ein. Führen Sie stets einen Wet-Out-Test durch, um die Kompatibilität der Harzviskosität mit der Twill-Struktur zu überprüfen.
Twill-Glasfasergewebe behält seine strukturelle Integrität bis zu einer Dauerbelastung von 550 °C bei. Für Anwendungen über 500 °C empfehlen wir die Verwendung von Hochtemperatur-Schlichtemitteln, die eine Faserversprödung verhindern. Das Tuch kann zur Ofenisolierung, Abgasumhüllung und Feuerschutzwänden verwendet werden. Allerdings kann eine längere Einwirkung von über 600 °C zu einer Faserkristallisierung und einer Verringerung der Festigkeit führen.
